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Über die Produktion

Von der Idee zum Film

„Zuerst gab es den Drehort. Ich hatte einige Monate vor Drehbeginn diese stillgelegte Fabrikhalle gesehen und wollte unbedingt in dieser Kulisse einen Film machen. Da gab es nur den Drehort und die Grundidee – ein Mann hält zwei Frauen gefangen, aber noch kein Drehbuch. Ich wusste nur, es soll ein klaustrophobischer Film werden, deshalb auch ein kleines Produktionsteam und ein kleines Ensemble. Nach einem gemütlichen Nachmittag Brainstorming mit den Hauptdarstellern habe ich das Drehbuch geschrieben und dann haben wir angefangen zu drehen.“ (Roland Reber)

Nach 14 Drehtagen mit der Arri Alexa, 16 Stunden Material, 40 Cheesburger, 1 Karton PowerGel, mit wenig Schlaf und viel Engagement aller Beteiligten, wurde der Film schließlich nach 36 Tagen Postproduktion im Oktober 2011 fertiggestellt und auf den Hofer Filmtagen präsentiert.


Spezielle Arbeitsweise

 „Die besondere Arbeitsweise von wtp international erlaubt es den kreativen Prozess zu fokussieren.  Ich entwickle das Drehbuch und mache die Schauspielregie am Drehort. Mira Gittner ist für die Bilder und den Schnitt verantwortlich. Nach dem letzten Drehtag zieht sich Mira in ihr Schneidestudio zurück und verlässt dieses erst wieder nach getaner Arbeit. Ich sehe den Film wenn der Rohschnitt fertig ist. Diese Arbeitsteilung hat sich bei sechs Kinofilmen bewährt und wird auch bei den nächsten Filmen beibehalten.“

(Roland Reber)

Filmemachen als kreatives Abenteuer zu verstehen, ist typisch für Roland Reber und das wtp-Team. Mit einem kleinen Team und einer vielfältigen Aufgabenverteilung innerhalb des Ensembles entsteht so ein Gesamtkunstwerk, zu dem jeder Beteiligte eine kreative Beziehung hat. So ist Roland Reber nicht nur Regisseur sondern auch Autor und Co-Produzent, Antje Nikola Mönning hat neben ihrer Rolle der VERLEGERIN auch produziert und die Regieassistenz übernommen, Marina Anna Eich hat neben ihrer Rolle der MUTIGEN auch die Organisation der Produktion übernommen und ist zuständig für den Verleih, die Pressearbeit und die Vermarktung des Films. Mira Gittner war für die Kamera und den Schnitt verantwortlich.

Diese Vorgehensweise lässt viel Raum für spontane Ideen während des Drehs. So entstanden zum Beispiel die Folterszenen erst am Set. Die Dialogszenen standen im Drehbuch, die Folterungen waren im Drehbuch nur mit „diverse Quälereien“ bezeichnet. Am Drehort selbst entwickelten die Schauspieler zusammen mit dem Team die konkrete Umsetzung der „diversen Quälereien“. Jeder konnte seine Ideen und Kreativität einbringen.

„Dieses Mal gab es zwar zu Anfang ein Drehbuch, wobei meine Drehbücher nur eine Grundlage für die Schauspieler sind, ihre Rollen zu entwickeln. Und wie beim Autor im Film, so ist ein Drehbuch immer erst eine theoretische Angelegenheit, die meiner Meinung nicht zu starr sein sollte, damit man beim Drehen noch die Möglichkeit hat, der Geschichte freien Lauf zu lassen. Und die Theorie sieht in der Umsetzung oft ganz anders aus. So haben wir das Ende während der Dreharbeiten zusammen geändert, da es in der jetzigen Form stimmiger ist. Schreibe ich das Buch oder werde ich geschrieben?“ (Roland Reber)





 

 

Drehorte

Bei DIE WAHRHEIT DER LÜGE wurde großer Wert darauf gelegt, an Originalschauplätzen zu drehen, um den authentischen Charakter darzustellen. Die stillgelegte Fabrikhalle und deren unterirdisches Labyrinth waren ideal, um die klaustrophobische Stimmung einzufangen und das Verwirrspiel der wechselnden Realität. Zum einen ganz real im Gefängnis der Frauen, zum anderen in der Weite der Halle, in der der Einzelne nur noch verloren wirkt. An diesen Orten fernab von den täglichen Ablenkungen, haben die Protagonisten die Chance, die Aufmerksamkeit auf sich zu richten und die inneren Strukturen des eigenen Geistes zu erkennen.

„Ein Filmstudio ist immer Kulisse, der das Leben fehlt. Es ist und bleibt ein

künstlicher Ort. Wir wollten an Orten drehen, die es allen Beteiligten erlaubten die

Authentizität zu spüren. Und wie sich in der Geschichte immer wieder die Grenze

zwischen Wahrheit und Lüge verschiebt, so verschiebt sich auch die Örtlichkeit – es

beginnt unten im Gefängnis der Frauen, ein Keller mit vielen abgehenden Gängen, also 

vielen Möglichkeiten und führt mit den Inszenierungen immer höher in die Fabrikhalle mit

ihren Gerüsten, also dem „Gipfel“ entgegen, immer wieder unterbrochen durch die Bar, die

Außenwelt.“

(Mira Gittner)